Der Griff macht den Unterschied: Darum feilen Profis an ihrem Schläger

Der Griff macht den Unterschied: Darum feilen Profis an ihrem Schläger

Wenn man einem Profi im Tennis, Badminton oder Padel zusieht, scheint alles von Technik, Kraft und Reaktionsschnelligkeit abzuhängen. Doch hinter den präzisen Schlägen und kontrollierten Bewegungen steckt ein oft unterschätzter Faktor: der Griff. Für die meisten Profis ist der Griff ihres Schlägers nicht nur eine Frage des Komforts – er ist ein entscheidendes Werkzeug, um Präzision, Schlagkraft und Ballgefühl zu optimieren. Kleine Anpassungen in Dicke, Material und Form können den Unterschied zwischen einem Winner und einem Fehler ausmachen.
Warum der Griff so wichtig ist
Der Griff ist die einzige Verbindung zwischen Spieler und Schläger. Hier wird die Energie übertragen, hier spürt man die Rückmeldung des Balls. Ein zu dicker Griff kann die Beweglichkeit des Handgelenks einschränken und die Kontrolle mindern, während ein zu dünner Griff zu Überlastungen und Verletzungen führen kann. Deshalb investieren Profis viel Zeit, um die perfekte Balance zu finden.
Im Tennis beeinflusst die Griffstärke, wie der Ball getroffen wird – ob mit mehr Topspin, flach oder mit Slice. Im Badminton geht es um schnelle Richtungswechsel und Präzision am Netz, während Padelspieler den Griff oft anpassen, um in den engen Duellen am Netz mehr Kontrolle zu haben.
Materialien und Schichten: Kleine Details mit großer Wirkung
Die meisten Schläger werden mit einem Standardgriff ausgeliefert, doch Profis passen diesen fast immer an. Sie verwenden häufig ein Overgrip – eine dünne Schicht, die über den Originalgriff gewickelt wird. Overgrips verbessern die Schweißabsorption, erhöhen die Griffigkeit und ermöglichen eine individuelle Anpassung der Dicke.
Es gibt verschiedene Typen:
- Trockene Overgrips bieten ein festes Gefühl und sind ideal für Spieler, die stark schwitzen.
- Klebrige Overgrips sorgen für zusätzlichen Halt und Kontrolle, nutzen sich aber schneller ab.
- Gepolsterte Griffe dämpfen Vibrationen und können vor Tennisellenbogen schützen.
Professionelle Spieler wechseln ihr Overgrip häufig – manche sogar nach jedem Match oder Training –, um ein gleichbleibendes Spielgefühl zu gewährleisten.
Anpassung an Spielstil und Handgröße
Ein Griff muss sowohl zur Handgröße als auch zum Spielstil passen. Spieler mit großen Händen benötigen meist einen dickeren Griff, um Überlastungen zu vermeiden, während Spieler, die viel mit dem Handgelenk arbeiten, oft einen dünneren Griff bevorzugen, um flexibler zu bleiben.
Im Tennis wird die Griffgröße in Millimetern oder Zahlen (von 0 bis 5) angegeben. Viele Profis justieren ihren Griff mit zusätzlichen Lagen Tape oder maßgefertigten Griffen, bis er perfekt in der Hand liegt. Auch im Badminton und Padel gilt: Komfort und Kontrolle müssen im Einklang stehen.
Der Griff als Schlüssel zur Verletzungsprävention
Ein unpassender Griff kann zu Überlastungen in Unterarm, Handgelenk und Ellbogen führen. Tennisellenbogen und Sehnenreizungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Schlägersport – oft ausgelöst durch einen Griff, der nicht optimal passt.
Deshalb arbeiten Profis eng mit Physiotherapeuten und Ausrüstern zusammen, um die ideale Kombination aus Griff, Gewicht und Balance zu finden. Schon minimale Änderungen – etwa ein Millimeter mehr Dicke oder ein anderes Material – können die Belastung deutlich reduzieren.
So findest du deinen perfekten Griff
Auch Freizeitspieler können von den Profis lernen. Ein gut angepasster Griff verbessert Komfort, Präzision und Schlagkraft – und beugt gleichzeitig Verletzungen vor.
Hier einige Tipps:
- Teste verschiedene Overgrips und achte auf Unterschiede in Griffigkeit und Dicke.
- Überprüfe regelmäßig den Zustand deines Griffs – ein abgenutzter Griff verliert schnell seine Funktion.
- Passe dich den Bedingungen an – im Sommer ist ein schweißabsorbierendes Overgrip ideal, im Winter kann ein klebrigeres Material mehr Kontrolle bieten.
- Höre auf deinen Körper – Schmerzen im Handgelenk oder Unterarm können ein Hinweis auf ein ungeeignetes Griffmaß sein.
Eine kleine Veränderung mit großer Wirkung
Für Profis ist der Griff weit mehr als ein Stück Tape – er ist ein zentrales Element ihres Werkzeugs. Hier treffen Technik, Gefühl und Kraft aufeinander. Deshalb investieren sie Zeit, um zu testen, zu feilen und zu optimieren, bis alles perfekt passt.
Auch für Hobbyspieler kann es ein Aha-Erlebnis sein, zu entdecken, wie viel Einfluss der Griff auf das Spiel hat. Denn am Ende entscheidet nicht nur der Schlag über den Punkt – sondern auch, wie man den Schläger in der Hand hält.










